162 Jahre

  • 1863: Eine Schweizer Delegation, die ins exotische Japan reiste, inspirierte für die Namensgebung «Japanesen».
  • Wie alles 1857 begann ...


    Die Anfänge der Japanesengesellschaft reichen in das Jahr 1857 zurück. Damals fanden sich einige «Freunde des tollen Lebens», wie es im ältesten Protokollband in einem Rückblick auf die ersten Jahre heisst, zusammen, um neben der üblichen Strassenfasnacht noch etwas zu organisieren, was nicht allzu müde Beine mache wie das Nüsseln, der schwierige Schwyzer Narrentanz zum Trommelschlag. Man kam auf die Idee, eine Revue aufzuführen. Sie trug den Titel «Circus Carneval, Sturz der Natur, Triumph der Kunst». Darin machte man sich unter anderem über gewisse politische Fakten und Institutionen lustig. Bereits 1860 wurde eine zweite Revue «Der Kongress und die Moden» aufgeführt. Schon auf dem Plakat zur ersten Revue heisst es, dass die Gesellschaft des Circus soeben mit ihrer Vorstellung auf der kaiserlichen Tanzdiele in China fertig geworden sei und nun nach Schwyz komme. Das war ein Jahr nach dem wohl ersten Gastspiel des Zirkus Knie in Schwyz.

    Im Jahr 1863 kam es zum ersten Fasnachtsspiel. Es trug den Titel «Die Schweiz in Japan. Grosses japanesisch-schwyzerisches Hof- und Volksfest in Jeddo-Schwyz». Sein Verfasser war Ambros Eberle, Zeitungsverleger, Kanzleidirektor, später Nationalrat, Hotelgründer, Verfasser eines Berichts über die wirtschaftliche Lage des Kantons Schwyz und vieles mehr. Die damalige Inszenierung baute auf der Tatsache auf, dass im Jahre 1863 eine schweizerische Wirtschaftsdelegation nach Japan reiste, um neue Kontakt zu knüpfen. Dies war schliesslich die perfekte Vorlage, um den Fasnachts-Fantasien freien Lauf zu lassen – auch beim Vereinsnamen: Die «Freunde des tollen Lebens» nannten sich ab sofort «Japanesen».

    Viktor Weibel, Schwyz


    150 Jahre Japanesen Schwyz, Jubiläumsbuch «Hesonusode – Theater, Geschichte und Fasnachtskultur» (veröffentlicht 2007)

    Schweizerische Gesellschaft für Symbolforschung